Jetzt wird's bunt: Pantone, CMYK & HKS

Geschrieben von Demian Thomas am 04.10.2017 08:30:00

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Wie man den perfekten Ton trifft

Bei Werbemitteln heißt es, Farbe zu bekennen. Wer also einen Stift, ein Stofftier oder eine Tasche in seiner Firmenfarbe anfertigen lassen möchten, muss seinem Werbemittelpartner bestimmte Werte mitteilen, damit der die Farbtreue des Artikels garantieren kann. Das Problem: Farbwahrnehmung ist subjektiv. Was für den einen ein sattes Rot ist, ist für den anderen Dunkelrot. Die gleiche Farbe kann für den einen schrill und beinahe schmerzhaft wirken und für den nächsten stimulierend und poppig. Das erschwert natürlich die Kommunikation. Zumal je nach Material und Druckverfahren Töne nicht immer identisch ausgegeben werden.

Zum Glück gibt es einheitliche Farbsysteme, die wenig Interpretationsspielraum lassen. Wir verraten, welche das sind und wie sie sich unterscheiden.

 
Warum ist die Farbe überhaupt so wichtig? 

Das Milka-Lila ist nicht irgendein Lila. Es ist ein speziell angemischter Ton, mit einem genau definierten Verhältnis an Farbanteilen. Nicht zu kühl, nicht zu warm und trotz leichter Pastelligkeit kräftig. Eine Farbe, die man im Supermarktregal sofort erkennt – und ein unverzichtbarer Teil der Marke.

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Milka (der Name steht übrigens für Milch und Kakao) blieb seiner Farbwelt von Beginn an treu. Bereits die erste Tafel von 1901 war in lila Papier verpackt. Das Logo wurde im Laufe der Zeit prominenter, wandelte sich von Gold zu Weiß und 1964 wurde das berühmte Lila dann zur offiziellen Markenfarbe, wie wir sie alle kennen. Zusammen mit Kuh und Alpenwelt entsteht so eine klares CD. Der richtige Farbton ist also essenziell für Einheitlichkeit und Wiedererkennbarkeit.

Größere Firmen haben ihre Farben zumeist in ihrem Corporate Design (CD) festgehalten.

 

Pantone

Das Pantone Matching System, kurz PMS, ist ein internationales Farbsystem. Wer im Bereich Druck, Grafik oder Mode arbeitet, der kommt um Pantone nicht herum. Die Farben sind im Pantone-Fächer festgelegt. Den gibt es zwar auch online, doch da die Farben je nach Bildschirm variieren, ist es unverzichtbar, auf das analoge Pendant zu vertrauen. Die verschiedenen Nummern auf den einzelnen Fächerkarten dienen der verlustfreien Informationsweitergabe. Pantone 389 ist eben genauer als "Ein limettenartiges Gelb-Grün".

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Das System ist auf 18 Basisfarben aufgebaut. Je nach Mischung können so alle weiteren Farben generiert werden. Das Besondere am Pantone-System ist, dass hier mehr Farben abgebildet werden können, als mit dem herkömmlichen Vierfarbdruck. (Mehr dazu unter CMYK.) Pantone-Farben werden flächig als Vollton gedruckt, als eigenständige Druckfarbe in einem eigenen Druckgang.

 

CMYK

Der Vierfarbdruck basiert auf den vier Grundfarben Cyan (C), Magenta (M), Yellow (Y) und Key (K). Key steht hierbei für Black. (Der Name stammt übrigens von der Verwendung einer schwarz druckenden Schlüsselplatte, der key plate. Man wich auf das "K" aus, um Verwechslungen vorzubeugen. "B" könnte nämlich nicht nur "Black" bedeuten, sondern auch "Blue".) Das Druckbild wird beim CMYK-Farbsystem durch einzelne Rasterpunkte erzeugt.

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Farbangaben in CMYK können näherungsweise in Pantone und umgekehrt umgerechnet werden. Je nach Mischung funktioniert das mal besser, mal schlechter. Einen solchen Rechner finden Sie hier. ABER: Nichts ersetzt die optische Prüfung und die Erstellung eines Proofs (einem Prüfdruck). Wobei beim Proofen Sonderfarben nicht als eigene Farben wiedergegeben werden können, sondern im Vierfarb-Prozess simuliert werden.

 

HKS

Der HKS-Farbfächer beinhaltet 88 Basis- und 3520 Volltonfarben. HKS ist die Abkürzung für Hostmann-Steinberg Druckfarben, Kast + Ehinger Druckfarben und H. Schmincke & Co.  drei Künstler-Farbenhersteller, die sich zu einem Verband zusammengeschlossen haben und ähnlich wie Pantone ein Vollfarbsystem zur Verfügung stellen, das hauptsächlich im Papierdruck seine Anwendung findet. 

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Anders als bei Pantone, wo es für die Papiersorten Natur und Bilderdruck ebenfalls separate Musterfächer gibt, sind die Farben hier speziell auf die Papiersorten abgestimmt. Bei Pantone sind es hingegen immer die gleichen Farben. Der Unterschied besteht am Ende darin, dass bei Verwendung von HKS-Farben auf unterschiedlichen Medien die Chance auf Deckungsgleichheit im Zweifel höher ist.

Themen: Insider, Know-How

Demian Thomas

Geschrieben von Demian Thomas

Sales Manager - Experte für Druckverfahren und Werbeanbringung

Begeisterter Verkäufer mit einer Leidenschaft für Werbeartikel. Ihr Ansprechpartner für alles rund um Druck und Gestaltung.